Bild: Max Kosta lehnt an einem Trafohäuschen
Guido Werner/TEAG

Mit der Farbdose gegen den grauen Einheitsbrei

Graffiti-Künstler Max Kosta aus Erfurt lebt dafür

Max Kosta (30) ist die Geheimwaffe gegen triste Wände. Der Streetart-Künstler aus Erfurt hinterlässt seit 15 Jahren Spuren im gesamten Freistaat.

Wer aufmerksam schaut, wird in seinem Heimatort bestimmt ein Werk des Kunstmalers Max Kosta entdecken. In den letzten eineinhalb Jahren hat Kosta 70 graue Trafohäuschen der TEN Thüringer Energienetze (TEN), einem Tochterunternehmen der TEAG, mit Hilfe bunter Logos oder Landschaften in echte Schmuckstücke verwandelt.

Von Thüringen in die Welt

Als der gebürtige Schmalkaldener mit 13 Jahren zum ersten Mal eine Sprühdose in der Hand hielt, entdeckte er seine Leidenschaft für Graffiti. Während er sich auf Zügen, Bahnhöfen oder Autobahnschallwänden verewigte, reizte Kosta besonders die Action und seinen Namen überall zu lesen. Der Künstler: „Oftmals musste ich meine Werke mühselig von den Wänden entfernen, aber das war es wert.“ Umso mehr freut sich der Thüringer heute, dass seine Werke in der ganzen Welt gefragt sind. Ob in Paris, London, Amsterdam, Mailand oder Barcelona – überall sieht man Kosta-Kunst auf Häusern. Der Erfurter: „Wenn man Graffiti malt, findet man sofort Anschluss in der Szene, egal in welchem Land man ist. Urban Art verbindet und man lernt die coolsten Locations innerhalb kürzester Zeit kennen.“ Graffiti sei häufig ein Türöffner um mit Jugendlichen aus den Problembezirken in Kontakt zu treten. Max Kosta: „Als ich in französischen Vorstadtghettos dabei half Jugendhäuser zu verschönern, merkte ich wie viel Bock die Kids hatten mitzumachen.“

Bild: Max Kosta bereitet die Folie vor.
Guido Werner/TEAG
Bild: Max Kosta beim Besprühen eines Trafohäuschen
Guido Werner/TEAG

Auftragsarbeit mit gewissen Herausforderungen

Aber der Erfurter gibt zu, wenn er im Hochsommer einem grauen Trafohäuschen im thüringischen Tunzenhausen einen bunten Anstrich verpasst, wünscht er sich oft zurück nach Kalifornien. Dort sprühte er beispielsweise am Venice Beach, mit dem Rauschen des Pazifiks im Ohr und den Bikinischönheiten, die gern vor seiner Kunst posierten. An einem Feldweg bei Sömmerda in der Hitze mit Atemmaske und schnell trocknender Farbe zu kämpfen, sei anstrengender. Denn bei 32 Grad Außentemperatur zieht der Sprühlack zu schnell an, macht es unmöglich zu malen. Doch das ist wohl die Herausforderung, wenn man Spuren hinterlassen will. „Anders als beim freien Malen muss ich mich bei Auftragsarbeiten an die Vorgaben des Kunden halten“, meint Kosta. „Perfektion und Kunsthandwerk stehen an erster Stelle.“

Projektionsfläche der eigenen Persönlichkeit

Bis zu vier Tage dauert es bis eine farblose Netzstation zu einem echten Highlight geworden ist. Nachdem der Untergrund gereinigt und mit einer Grundierung behandelt wurde, setzt der Künstler seine Schablonen und bis zu 50 verschiedene Sprühdosen und Pinsel für die Feinheiten an. Kosta: „Ich verwende gerne helle Farben, wie gelb und mint. Mir ist es dabei wichtig das Bauwerk durch meine Arbeit in die Natur zu integrieren.“ Für die längere Haltbarkeit des Bildes versiegelt es Kosta mit einem Speziallack. Netter Nebeneffekt: Dieser schützt auch davor, dass es ungefragt übersprüht werden kann. War früher der knuffige Teddybar „Gustav“ das Markenzeichen des Künstlers, sind es heute fotorealistische Landschaften, Tiere und Grafiken. Auf den ersten Blick ist Max Kosta ein eher unauffälliger Typ, umso mehr lässt er seiner extrovertierten Ader auf den Wänden freien Lauf. „Ich liebe besonders große Flächen, die nur mit Leitern oder Gerüsten zugänglich sind. Dafür ist die Sprühdose das perfekte Werkzeug.“ Max Kosta ist übrigens ein Pseudonym, seinen bürgerlichen Namen kennen nur Freunde oder Familie. Und vielleicht ein paar Gerichte, die immer noch laufende Verfahren gegen ihn führen…

Bild: Max Kosta und ein Kollege besprühen ein Trafohäuschen
Guido Werner/TEAG

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