Bild: Zwei Mitarbeiter der TEN montieren einen Vogelschutz
Carlo Bansini/TEN

Vogelschutz an Freileitungen

Freileitungen sind für eine sichere Stromversorgung unerlässlich. Allerdings können die Freileitungsseile für größere Vögel unter bestimmten Umständen gefährlich werden – besonders bei Mittelspannungsfreileitungen. Diese werden meist im Spannungsbereich von 10.000 bis 30.000 Volt betrieben.

Gefahren ergeben sich für die Vögel einmal durch einen versehentlichen direkten Anflug der Leiterseile. Diese Kollisionen kommen vor allem in den Dämmerungsstunden und bei tiefstehender Sonne vor, wenn die Tiere die Leiterseile zu spät erkennen. Besonders betroffen sind dabei Leitungsabschnitte, an denen sich Zugvögel in großen Gruppen zu ihren alljährlichen Fernflügen sammeln. Um die Zusammenstöße mit den Leiterseilen zu verhindern, wird die Sichtbarkeit der Seile mit auffälligen Markierungen erhöht.

Die mit Abstand häufigste Ursache für Verletzungen von Vögeln an Leiterseilen stellt jedoch ein Stromschlag dar. Bei bestimmten Bauweisen von Mittelspannungsmasten kann es zu einer gleichzeitigen Berührung der Flügel mit zwei Leiterseilen - oder mit einem Leiterseil und dem Mast kommen. Die Folge ist ein für das Tier meist tödlicher Stromschlag.

Der NABU berät:

Ich habe einen toten Vogel gefunden, was nun?
Bild: Ein Mitarbeiter der TEN montiert einen Vogelschutz
Carlo Bansini/TEN

Beim Neubau von Mittelspannungsleitungen spielt der Vogelschutz deshalb eine wichtige Rolle. Das heißt konkret: neue Leitungen werden grundsätzlich vogelschutzgerecht nach den aktuell gültigen Regelungen gebaut.

Bei bereits bestehenden Mittelspannungsfreileitungen können die Gefahren des Stromschlags, speziell für Großvögel, mit verschiedensten Nachrüstungen verhindert bzw. stark minimiert werden. Besonders im Fokus sind dabei die sogenannten „leitfähigen Masten“ aus Beton oder Stahl mit Stützisolatoren. Bei dieser Bauform liegen die Leiterseile oben auf den auf der Traverse stehenden Isolatoren auf. Vögel nutzen die Traversen sehr gern als Beobachtungspunkt. Ohne Vogelschutzmaßnahme können die Vögel bei Annäherung an die Leiterseile leicht einen tödlichen Stromschlag erleiden. Deshalb werden auf den Isolatoren spezielle Vogelschutzhauben aufgebracht. Diese isolieren alle spannungsführenden Teile auf dem Mast - die Stromschlaggefahr für den Vogel ist gebannt.

Bei den dafür notwendigen Arbeiten wird die Leitung fast immer kurzfristig abgeschaltet. Die Kunden merken davon jedoch nichts, weil die Stromversorgung in solchen Fällen im Netz umgeschaltet wird. Ist eine Umschaltung nicht möglich, können die Vogelschutzhauben aber auch unter Spannung montiert werden. Für die Anwendung der Technologie für ein gefahrloses Arbeiten unter Spannung ist Spezialausrüstung sowie ein Spezialfahrzeug erforderlich. Zudem benötigen die Monteure für diese Arbeit eine umfangreiche Zusatzausbildung.

Neben der Isolierung von spannungsführenden Teilen können Vögel auch durch Mindestabstände von spannungsführenden Bauteilen am Mast geschützt werden. Liegen die Leiterseile beispielsweise weiter auseinander, können selbst größere Vögel nicht mehr gleichzeitig zwei Leiterseile berühren. Längere Isolatoren können ebenfalls helfen – oder verschiedene Abweisertypen bzw. Sitzprofile, welche die Sitzmöglichkeiten auf den Masttraversen blockieren.

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