Paul-Philipp Braun/TEAG

Volle Ladung Hilfsbereitschaft für Berlin

TEN hilft mit Technik und Personal in Krisenlage

Kalt ist es, an diesem Januartag in Berlin. Der Winter hat die Bundeshauptstadt fest im Griff. Die Straßen sind mit einer Schneeschicht überzogen, Räumfahrzeuge scheinen pausenlos unterwegs zu sein. Vor etwa 24 Stunden hat Stromnetz Berlin mitgeteilt: Strom ist für alle wieder da. Nach gut vier Tagen konnte der Berliner Netzbetreiber daher grünes Licht für eine sichere Versorgung geben.

Übersicht

  • Neun TEN-Monteure im Einsatz: Mit neun Notstromaggregaten der 100 kVA Leistungsklasse und einem Tankanhänger sicherten sie die Stromversorgung an ausgewählten Objekten in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde
  • Schnelle Hilfe aus Thüringen: Innerhalb eines Tages war das Team vor Ort und blieb bis zur Herstellung der Redundanz im Hochspannungsnetz weiterhin in Bereitschaft
  • Große Dankbarkeit: Von Pralinen bis zu persönlichen Dankesworten, die Berlinerinnen und Berliner zeigten ihre Wertschätzung für die Helfer

Berlin im Winter: Schnelle Hilfe für 45.400 Haushalte

Paul-Philipp Braun/TEAG

Am 3. Januar waren gegen 6 Uhr morgens mehrere Leitungen zur Versorgung von Umspannwerken infolge eines Anschlags auf das Stromnetz in Berlin ausgefallen. Rund 45.400 Menschen in den Berliner Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde waren sofort betroffen. Es fehlte an allem, was mit Strom läuft – von Licht, über Kühlschrank bis hin zur Heizung. Insbesondere die fehlende Heizung machte sich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt schnell bemerkbar. Wer konnte, zog zu Freunden und Verwandten, wurde in Hotels oder Notunterkünften untergebracht.

Zügig fuhren die Katastrophenschutzmechanismen hoch. Das Technische Hilfswerk (THW) stellte Generatoren, Berliner Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfall Hilfe und viele weitere Organisationen kümmerten sich um die Versorgung der Menschen in den jeweiligen Notlagen. Auch Energieversorger und Netzbetreiber aus anderen Teilen Deutschlands kamen den Berliner Kolleginnen und Kollegen zur Hilfe. Sie brachten Aggregate und Knowhow in die Hauptstadt

Thüringer Energienetze bringen Notstrom nach Berlin

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Die TEAG-Netztochter TEN Thüringer Energienetze ging noch einen Schritt weiter. Mit neun Kollegen aus allen Netzbetriebsbereichen des Thüringer Netzbetreibers, neun Aggregaten und einem Tankanhänger unterstützten die Monteure das Berliner Team. Für Eric Pöthig, Verantwortlicher des TEN-Teams in Berlin ein wichtiger Beitrag.

Wir sind gern hier und unterstützen die Kolleginnen und Kollegen. Für keinen aus unserem Team war es eine große Frage, ob wir fahren würden. Es stand schnell fest, dass wir helfen können und dafür sind wir da.

– Eric Pöthig, Verantwortlicher des TEN-Teams in Berlin

Professionelle Notstromversorgung mit 100 kVA

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Pöthig steht vor einem Aggregat mit 100 kVA-Leistung. Neun Stück haben die TEN-Mitarbeiter davon auf Anhängern mit nach Berlin gebracht. „Wir stellen so die Stromversorgung von wichtigen Punkten wie Schulen, Sporthallen, Pflegeheime, Supermärkte, Bahnhöfe und einigen angrenzenden Wohngebieten sicher “, erklärt er. Unterstützt durch Versorgungseinheiten der Bundeswehr, werden die Aggregate an den verschiedenen Standorten im Süden Berlins immer wieder betankt und betreut. „Es ist ein gutes Miteinander zwischen den Helfern hier“, sagt Pöthig, der eigentlich für den Versorgungsbereich im thüringischen Werther zuständig ist.

Während Eric Pöthig sich vor dem Aggregat mit seinem Team zu den nächsten Aufgaben bespricht, kommt ein Mann in dunkelgrüner Winterjacke auf die kleine Ansammlung von Netzmonteuren zu. „Ihr seid echte Lebensretter. Danke, dass ihr da seid“, sagt er, lächelt und geht zurück auf die andere Straßenseite. Solche Begegnungen seien in den vergangenen Tagen öfter vorgekommen, ist sich das TEN-Team einig. Einmal habe eine Frau sogar einen kleinen Kasten Pralinen vorbeigebracht.

Auch in einem der Hotels, in dem die Monteure während ihres Einsatzes untergebracht sind, gibt es Unterstützung. „Da schlafen gerade auch einige Bewohner, die wegen der ausgefallenen Heizung ihre Häuser verlassen mussten. Am Frühstückstisch fragen sie uns dann, wie es aussieht und wann sie wohl wieder zurückkönnen“, erzählt einer der Monteure. Vermutlich konnten sie an diesem Morgen die Unterkunft verlassen und wieder nach Hause – schließlich sind alle Haushalte wieder angeschlossen.

Verlässlich in Bereitschaft: TEN-Team bleibt vor Ort

Dennoch bleibt das Team noch zwei weitere Tage vor Ort. „Die zweite Leitung ist noch nicht fertiggestellt, solange sind wir hier in Bereitschaft und können im Bedarfsfall einspeisen“, erklärt Eric Pöthig. Zusammen mit seinem Team fährt er immer wieder die verschiedenen Standorte der Notstromversorger ab, prüft, dass alles funktioniert und sorgt für ausreichend Kraftstoff. Dazwischen geht es zurück an den Standort der Stromnetz Berlin GmbH im Stadtteil Marienfelde. „Dort beraten wir dann mit dem Krisenstab, was zu tun ist und unterstützen die Berliner Kollegen“, erklärt Pöthig.

Sie alle sind an diesem kalten Wintertag stolz, helfen zu können. Der größte Stromausfall Berlins seit 1945 sei eine Gemeinschaftsaufgabe, sind die Männer sich sicher. Nur zusammen seien die Herausforderungen lösbar, nur zusammen könne man einer solchen Lage Herr werden.