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EEG-Umlage

Die EEG-Umlage ist ein fester Bestandteil des Strompreises. Die Einspeisevergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien wird durch sie refinanziert und auf die Stromkunden verteilt. Die EEG-Umlage wird von den Übertragungsnetzbetreibern jährlich ermittelt und auf einer gemeinsamen Internetplattform www.netztransparenz.de veröffentlicht (i. d. R. am 15. Oktober für das Folgejahr).

Die Eigenversorgung unterliegt, ebenso wie der sonstige Verbrauch von Strom, welcher nicht von einem Elektrizitätsversorgungsunternehmen geliefert wird, weiterhin grundsätzlich der vollen EEG-Umlage (§ 61 EEG 2021). Bis auf Weiteres gilt eine verringerte EEG-Umlage für EEG- und hocheffiziente KWK-Anlagen (§ 61 ff. EEG 2021).

Die Höhe der EEG-Umlage in Cent/kWh finden Sie hier:

Jahr EEG-Umlagesatz Verminderter EEG-Umlagesatz

2017

6,880

2,7520 (40 %)

2018

6,792

2,7168 (40 %)

2019

6,405

2,5620 (40 %)

2020

6,756

2,7024 (40 %)

2021

6,500

2,6000 (40%)

2022

6,000

2,4000 (40%)


Im Wesentlichen sind folgende Sonderfälle von der EEG-Umlagepflicht ausgenommen:

  • Kraftwerkseigenverbrauch – d. h. wenn der Strom in den Neben- und Hilfsanlagen einer Stromerzeugungsanlage im technischen Sinne zur Stromerzeugung verbraucht wird.
  • Anlagen im Inselbetrieb – d. h. Erzeugungsanlagen, die weder unmittelbar noch mittelbar an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind.
  • Wenn sich der Eigenversorger selbst vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt und für den Strom aus seiner Anlage, den er nicht selbst verbraucht, keine Zahlung nach Teil 3 (§§ 19-21c EEG 2021) in Anspruch nimmt.

Bei EEG-Anlagen und Stromerzeugung aus Grubengas, mit einer installierten Leistung von maximal 30 Kilowatt, sind höchstens 30.000 Kilowattstunden selbstverbrauchter Strom pro Kalenderjahr von der Abgabe ausgenommen (sofern eine Personenidentität vorliegt), für alle anderen Stromerzeugungsanlagen (KWK-Anlagen, Netzersatzanlagen, usw.) gilt eine Grenze von 10 Kilowatt und 10.000 Kilowattstunden.

Ab dem 01.01.2021 gilt rückwirkend zum 01.01.2019 für KWK-Anlagen zwischen 1 Megawatt und 10 Megawatt erneut der Claw-Back-Mechanismus. Dieser besagt, dass der reduzierte Umlagesatz auf 40 % nur noch bis zu einer Grenze von 3.500 Vollbenutzungsstunden zur Eigenversorgung im Jahr gilt. Für jede darüber hinausgehende Stunde beträgt die EEG-Umlage rechnerisch 160 %, somit ist bei 7.000 Vollbenutzungsstunden eine durchschnittliche EEG-Umlage von 100 % erreicht. Über 7.000 Vollbenutzungsstunden bleibt es bei 100 % der Umlage.

Weitere Informationen können der Empfehlung 2014/31 –Einzelfragen zur Anwendung des § 61 EEG 2014 bei EE-Anlagen- der Clearingstelle EEG entnehmen.

Ab dem 01.01.2018 müssen bei Erneuerung oder Ersetzung von Bestandsanlagen 20 % EEG-Umlage gezahlt werden. Ausgenommen davon sind Ersetzungen von Anlagen, die der Förderung nach dem EEG noch unterlegen hätten.

Die EEG Umlage, die Sie an uns entrichten müssen, ermitteln wir aus den Zählerständen zum Jahresende und verrechnen diese – sofern möglich – mit der Einspeisevergütung. Die EEG-Umlage führen wir anschließend an den Übertragungsnetzbetreiber ab.

Damit die Höhe der EEG-Umlagepflicht bestimmt werden kann, ist eine geeichte Messung der erzeugten Energiemenge erforderlich. Neben dem Einspeisezähler ist folglich eine zusätzliche Erzeugungsmessung notwendig. Sofern und soweit der Einbau einer solchen Messung technisch unmöglich bzw. mit unvertretbarem Aufwand verbunden ist, kann die EEG-Umlagemenge gem. § 62b EEG 2021 auch geschätzt werden. In allen anderen Fällen ist eine Schätzung unzulässig und würde gem. § 61i EEG 2021 mit 100% EEG-Umlage sanktioniert werden.

Bei der unmittelbaren Belieferung von dritten Letztverbrauchern ist stets die volle EEG-Umlage an den Übertragungsnetzbetreiber zu zahlen.

Häufige Fragen

Sie haben Fragen zur EEG-Umlage? Wir haben für Sie die häufigsten Fragen & Antworten zusammengestellt.

  • Welche Meldepflichten in Bezug auf die EEG-Umlage gibt es für den Anlagenbetreiber?

    Nach § 74a Abs. 1 EEG 2021 müssen Eigenversorger/Letztverbraucher dem zuständigen Netzbetreiber – soweit noch nicht geschehen – unverzüglich alle Angaben übermitteln, die dieser zur Prüfung der EEG-Umlagepflicht für den in der Stromerzeugungsanlage erzeugten und für die Eigenversorgung oder zu sonstigen Zwecken verbrauchten Strom benötigt. Das gilt insbesondere, soweit sich seit der letzten Meldung relevante Änderungen ergeben haben.

    Keine Meldepflicht besteht, wenn dem Netzbetreiber die erforderlichen Informationen bereits vorliegen. Dies gilt auch, wenn die installierte Leistung der Photovoltaikanlage 7 kWp nicht überschreitet (andere Stromerzeugungsanlagen: 1 kW).

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  • Was bedeutet Eigenversorgung und Personenidentität?

    Eine Eigenversorgung liegt nur vor, wenn Personenidentität zwischen dem Betreiber der Erzeugungsanlage und dem Nutzer des verbrauchten Stroms besteht und der Strom nicht durch ein Netz durchgeleitet wird (§ 3 Nr.19 EEG 2021).

    Für die Feststellung der Personenidentität ist auch die Unterscheidung einer natürlichen (Privatperson) oder einer juristischen Person (z. B. Firma, Organisation) zu berücksichtigen.

    Beispiele zur Personenidentität:

    Anlagenbetreiber

    Letztverbraucher

    Personenidentischer Eigenverbrauch?

    Max Mustermann Max Mustermann Ja
    Max Mustermann Familie Mustermann (im gemeinsamen EFH) Ja
    Mustermann GbR Max Mustermann Nein
    Max Mustermann Karl Schmidt Nein

     

    Eigenversorgung wird vermutet, wenn der Betreiber der Erzeugungsanlage im versorgten Objekt wohnt und ein Familienangehöriger oder Lebenspartner des Anlagenbetreibers der Nutzer ist.

    Wenn Sie die Erzeugungsanlage zur (zumindest teilweisen) Versorgung Dritter betreiben, sind Sie als Betreiber der Erzeugungsanlage verpflichtet, die EEG-Umlage an den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zu melden und abzuführen. Zur Abwicklung setzen Sie sich bitte selbstständig mit dem zuständigen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH in Verbindung. Die weitergeleiteten Mengen sind messtechnisch abzugrenzen.

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  • An wen muss die Meldung erfolgen?

    Die Meldung muss gegenüber der TEN Thüringer Energienetze als Ihrem Netzbetreiber erfolgen, wenn Sie den Strom aus Ihrer Anlage ausschließlich selbst verbrauchen und etwaigen Überschussstrom an die TEN Thüringer Energienetze liefern oder ein Direktvermarktungsunternehmen eingeschaltet haben. Wenn Sie Strom direkt an einen anderen Letztverbraucher liefern, müssen Sie die Meldung gegenüber dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH abgeben.

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  • Was gilt bei Änderungen an Bestandsanlagen?

    Bestandanlagen sind grundsätzlich weiterhin von der EEG-Umlage befreit.

    Nach § 61e EEG 2021 führt aber jede Erneuerung oder Ersetzung einer Stromerzeugungsanlage (ohne Erweiterung) ab dem 1. Januar 2018 grundsätzlich zu einer EEG-Umlage von 20 Prozent. Eine Ausnahme hiervon ist vorgesehen für den Fall, dass ein Generator vor Ablauf der handelsrechtlichen Abschreibung oder Auslaufen der Förderung nach dem EEG – z. B. aufgrund eines Defekts – ausgetauscht werden muss oder dass die Stromerzeugung von Kohle auf Gas oder erneuerbare Energien umgestellt wird. In diesem Fall bleibt es auch bei Ersetzungen oder Erneuerungen nach dem 31. Dezember 2017 bei null Prozent EEG-Umlage1.

    Bei Erweiterungen der installierten Leistung ab dem 1. Januar 2018 entfällt der Bestandsschutz für diese Stromerzeugungsanlage vollständig. Es ist die EEG-Umlage wie für eine neue Stromerzeugungsanlage zu zahlen. Soweit Sie an Ihrer Stromerzeugungsanlage Erweiterungen, Erneuerungen oder Ersetzungen vornehmen, sind uns diese gemäß § 74a Abs. 1 EEG 2021 unverzüglich mitzuteilen.

    1: In diesem Fall bitte entsprechende Nachweise einreichen.

    • Erneuerung: „Erneuert“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wesentliche Bestandteile des Generators (z. B. Stator oder Rotor) bzw. des jeweiligen PV-Moduls ausgetauscht werden. Ein Austausch nur unwesentlicher Teile des Generators oder bloße Reparatur- und Wartungsarbeiten sollen nach der Gesetzesbegründung hingegen nicht ausreichen.

    • Ersetzung: „Ersetzt“ wird eine Anlage, wenn der komplette Generator bzw. das PV-Modul ausgetauscht wird.

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  • Wie ist die zeitliche Abfolge der Mitteilungspflicht?

    Meldung an Netzbetreiber:

    Wenn die Mitteilungspflicht zu den Basisangaben nicht bis zum 28. Februar des Folgejahres erfüllt wird, erhöht sich die entfallende oder verringerte EEG-Umlage gesetzlich für das jeweilige Kalenderjahr rückwirkend um 20 Prozent (§ 61i Abs. 2 EEG 2021).

    Die Jahresmeldung der für die Abrechnung der EEG-Umlage erforderlichen Angaben gemäß § 74a Abs. 2 EEG 2021, insbesondere die Mitteilung der EEG-umlagepflichtigen Strommengen, muss wie bislang bis zum 28. Februar des Folgejahres erfolgen. Bleibt diese Mitteilung aus, erhöht sich die EEG-Umlage gem. § 61i Abs. 1 EEG 2021 auf 100%.

    Meldung an Übertragungsnetzbetreiber:

    Soweit der Übertragungsnetzbetreiber für die Erhebung der EEG-Umlage zuständig ist, z. B. wenn Sie einen anderen Letztverbraucher aus Ihrer Anlage direkt beliefern, müssen diese Meldungen an den Übertragungsnetzbetreiber bis 31. Mai des Folgejahres erfolgen.

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  • Was ist bei einem Betreiberwechsel zu beachten?

    Grundsätzlich lässt ein Wechsel in der Person des Eigenerzeugers den Bestandsschutz entfallen. Wenn also eine Stromerzeugungsanlage verkauft wird, kann der Käufer nicht vom Bestandsschutz des ursprünglichen Letztverbrauchers profitieren, sondern unterliegt, wenn kein anderer Grund für eine Verringerung oder ein Wegfall vorliegt, mit dem selbstverbrauchten Strom der EEG-Umlage nach § 61 EEG 2021.

    Bitte füllen Sie dazu unser Formular zum Betreiberwechsel vollständig aus:

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  • Wann benötige ich eine Gesamterzeugungsmessung für die EEG-Umlage?

    Anwendungsfall

    EEG-Umlagepflicht

    Erforderliche Messung

    Es erfolgt eine Belieferung

    durch dritte Letztverbraucher

    Voller EEG-Umlagesatz

    Gesamterzeugungsmessung

    notwendig

    Es erfolgt eine Eigenversorgung

    (Personenidentität):

     

     

    Für EEG-Erzeugungsanlagen oder Energiespeichersysteme1

    (durch vorgenannte Erzeugungsanlage beladen):

    1) Erzeugungsanlage oder

    Energiespeichersystem

    größer 30 kW(p)

    Verminderter EEG-Umlagesatz

    Gesamterzeugungsmessung

    notwendig oder

    2-Energierichtungsmessung

    (Speicher) notwendig

    2) Erzeugungsanlage oder

    Energiespeichersystem1

    bis zu 30 kW(p)

    a) Für PV-Anlagen:

    Erzeugungsanlage oder

    Energiespeichersystem1

    größer 21 und bis zu 30 kWp

    EEG-Umlagepflicht mit

    vermindertem EEG-Umlagesatz

    für Eigenverbrauch größer

    30.000 kWh im Jahr

     

    Gesamterzeugungsmessung

    (EEG- oder KWK-Anlage) oder

    2-Energierichtungsmessung

    (Speicher) notwendig

     

    oder

     

    Nachweis, dass nicht mehr als

    30.000 kWh im Jahr

    eigenverbraucht werden

    b) Für Wind / Wasser / Biomasse:

    Erzeugungsanlage oder

    Energiespeichersystem1

    größer 3 und bis zu 30 kW

    c) Für PV-Anlagen:

    Erzeugungsanlage oder

    Energiespeichersystem1

    bis zu 21 kWp

    Keine EEG-Umlagepflicht

    Keine Gesamterzeugungsmessung

    oder keine

    2-Energierichtungsmessung

    (Speicher) notwendig

    d) Für Wind / Wasser / Biomasse:

    Erzeugungsanlage oder

    Energiespeichersystem1

    bis zu 3 kW

    Für andere Erzeugungsanlagen (KWK-Anlagen, Netzersatzanlagen, usw.) oder Energiespeichersysteme2

    (durch vorgenannte Erzeugungsanlage beladen):

    1) Erzeugungsanlage oder

    Energiespeichersystem2

    größer 10 kW

    Verminderter EEG-Umlagesatz

    Gesamterzeugungsmessung

    notwendig oder

    2-Energierichtungsmessung

    (Speicher) notwendig

    2) Erzeugungsanlage oder Energiespeichersystem bis zu 10 kW

    a) Erzeugungsanlage oder

    Energiespeichersystem2

    größer 1 und bis zu 10 kW

    EEG-Umlagepflicht mit

    vermindertem EEG-Umlagesatz

    für Eigenverbrauch größer

    10.000 kWh im Jahr

    Gesamterzeugungsmessung oder

    2-Energierichtungsmessung

    (Speicher) notwendig

     

    oder

     

    Nachweis, dass nicht mehr als

    10.000 kWh im Jahr

    eigenverbraucht werden

    b) Erzeugungsanlage oder

    Energiespeichersystem2

    bis zu 1 kW

    Keine EEG-Umlagepflicht

    Keine Gesamterzeugungsmessung

    oder keine

    2-Energierichtungsmessung

    (Speicher) notwendig

     

    1: Energiespeichersystem wird mit entsprechender EEG-Anlage geladen und es befindet sich kein Netzstrom im Speicher.

    2: Energiespeichersystem wird mit entsprechender KWKG-Anlage geladen und es befindet sich kein Netzstrom im Speicher.

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  • Wann wird eine Messung vor einem Notstromaggregat benötigt?

    1. Ein Notstromaggregat ist nicht ortsfest installiert.

      Es ist keine Messung notwendig.

    2. Ein Notstromaggregat ist ortsfest installiert und die Anlage fährt mehr als 100 Millisekunden im Netzparallelbetrieb.

      Die Anlage wird wie eine normale Erzeugungsanlage behandelt (gem. VDE-AR-N 4105, VDE-AR-N 4110 bzw. VDE-AR-N 4120) und benötigt ggf. eine Messung für EEG-Umlage (hier ist auf Größengrenzen zu achten wie bei anderen Erzeugungsanlagen).

      ACHTUNG: Ggf. muss ein Einspeisebilanzkreis durch den Betreiber angeben werden.

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  • Wann wird eine Messung vor einer Ladesäule benötigt?

    In Bezug auf die EEG-Umlage ist unter folgenden Voraussetzungen eine Messung erforderlich:

    1. Die Ladesäule ist öffentlich zugänglich.

      Es handelt sich um öffentlichen Raum, einen Besucherparkplatz, Betriebsgelände etc., dann ist immer eine Messung notwendig aufgrund der Ladesäulenverordnung.

    2. Die Ladesäule ist ein privater Ladepunkt und wird zumindest teilweise aus einer Erzeugungsanlage versorgt.

      Der Standort der Ladesäule ist auf einem Privatgrundstück/Betriebsgelände und das Laden ist beschränkt auf den Verbrauch durch Mitarbeiter oder Betreiber. Die Messung kann in diesem Fall entfallen, wenn der Nachweis erfolgt, dass der Betreiber der Erzeugungsanlage die Ladesäule ausschließlich selbst nutzt. Der Nachweis ist über die Eigenerklärung des Betreibers einschließlich eines Fotos der Nutzungsbeschränkung an der Ladesäule (Schild etc.) zu führen.

    3. Die Ladesäule wird als privater Ladepunkt aus dem Netz versorgt.

      Es ist keine Messung für EEG-Umlage erforderlich, aber ggf. für die Abrechnung der Ladevorgänge oder als steuerbare Verbrauchseinrichtung.

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