Bild: 4 Glühbirnen, in jeder befindet sich eine erneuerbare Energie: Windkraftanlagen, Wasser, PV-Anlagen und die Sonne
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Einspeisemanagement

Wenn der Netzbetreiber die Einspeisung von EEG- (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) reduziert, spricht man von Einspeisemanagement. Dies ist nötig, da mit der steigenden Anzahl dieser Anlagen auch die Menge an eingespeister Energie wächst. Bei windstarkem oder sonnenreichem Wetter sowie gewissen technischen Umständen stößt das Elektrizitätsnetz verstärkt an seine Kapazitätsgrenze. Der erzeugte Strom kann somit zu bestimmten Zeiträumen nicht mehr abgenommen und die Anlagen müssen – für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit – geregelt werden.

  • Warum ist Einspeisemanagement nötig?

    Die am Einspeisemanagement teilnehmenden Anlagen werden bei einer Netzüberlastung durch ein Reduktionssignal zur Absenkung ihrer Einspeiseleistung aufgefordert. Sobald die kritische Netzsituation beendet ist, zeigt ein Signal den Anlagen an, dass die Einspeisung wieder in vollem Umfang möglich ist.

    Das Einspeisemanagement schützt Netzbetriebsmittel wie Freileitungen oder Transformatoren. Ohne diesen Eingriff kann es, zum Beispiel bei Starkwind, zu Überlastung von Netzabschnitten und zu Versorgungsausfällen kommen.

    Das Einspeisemanagement ermöglicht eine optimale Nutzung der Netze für die Aufnahme von Windstrom, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden. Einzige Alternative wäre ein Stopp des Anlagenzubaus bis zum Abschluss der notwendigen Netzverstärkungsmaßnahmen.

  • Wer ist betroffen?

    Im Hinblick auf § 14 Abs. 1 i. V. m. 13 Abs. 2 EnWG und gemäß § 9 i. V. m. 14 EEG sind Anlagenbetreiber von EEG- und KWKG-Anlagen verpflichtet, diese mit einer installierten Leistung > 100 kW technisch so auszustatten, dass der Netzbetreiber die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren und die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.

    Für Photovoltaikanlagen schreibt der Gesetzgeber im EEG eine detaillierte Leistungseinteilung vor:

    1. Anlagenbetreiber von Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung 30 kW < P ≤ 100 kW müssen diese technisch so ausstatten, dass der Netzbetreiber die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann.
    2. Anlagenbetreiber von Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung ≤ 30 kW haben ein Wahlrecht:
      • Entweder die Anlagen so ausstatten, dass der Netzbetreiber jederzeit die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann.
        - Oder -
      • Am Verknüpfungspunkt/Eigentumsgrenze der Photovoltaikanlage mit dem Netz die Wirkleistungseinspeisung dauerhaft auf 70 Prozent der installierten Leistung begrenzen.

    § 6 EEG 2012 Technische Vorgaben

    Bestandsanlagen (Photovoltaik)
    Bedingungen installierte Leistung am VKP
    P > 100 kW 30 kW < P <= 100 kW P <= 30 kW
    IB-nahme bis 31.12.2011 bis 31.12.2008 ab 01.01.2009
    bis 31.12.2011
    bis 31.12.2011
    betriebliche Vorgaben ferngesteuert reduzieren und
    die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen
    keine ferngesteuert
    reduzieren
    keine
    Pflicht ab 01.07.2012 keine 01.01.2014 keine

    § 9 EEG 2014/2017 Technische Vorgaben

    Neuanlagen (Inbetriebnahme ab 01.08.2014)
    Energieträger installierte Leistung am VKP
    P > 100 kW 30 kW < P <= 100 kW P <= 30 kW
    Windkraft ja nein nein
    Photovoltaik ja ja ja
    Wasserkraft ja nein nein
    EEG-BHKW ja nein nein
    KWKG-BHKW ja nein nein
    betriebliche Vorgaben ferngesteuert reduzieren und die
    jeweilige Ist-Einspeisung abrufen
    ferngesteuert reduzieren

    Wahlrecht des Anlagenbetreibers:
    ferngesteuert reduzieren oder
    Wirkleistungseinspeisung dauerhaft auf
    70% der installierten Leistung am VKP
    begrenzen

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