Bild: Zwei Geschäftspartner verhandeln miteinander, auf dem Tisch liegen Geld, Vertragsunterlagen, ein Taschenrechner und ein Holzhaus
Freedomz/Fotolia.com

Entschädigungszahlungen

Bei kritischen Netzsituationen oder Netzengpässen werden EEG- und KWK-Anlagen, welche mit einer entsprechenden technischen Einrichtung ausgestattet sind, durch ein Reduktionssignal (60, 30 oder null Prozent) zur Absenkung ihres eingespeisten Stroms angewiesen. Dies dient der Gewährleistung der Versorgungssicherheit.

Anlagenbetreiber, deren Einspeisung aufgrund eines Netzengpasses im Rahmen des Einspeisemanagements (ESM) nach § 14 Abs. 1 EEG 2017 reduziert wird, haben gemäß § 15 Abs. 1 S. 1 EEG 2017 einen Anspruch auf eine Entschädigung. Der Netzbetreiber, in dessen Netz die Ursache für den Netzengpass nach § 14 EEG 2017 liegt, hat die Kosten der Entschädigung zu tragen. Gegenüber den betroffenen Anlagenbetreibern haftet er gesamtschuldnerisch mit dem Netzbetreiber, an dessen Netz die Anlage angeschlossen ist.

Aktueller Hinweis: Zum 1. Januar 2020 tritt die europäische Binnenmarktverordnung Strom (BMVO) in Kraft. Laut Art. 13 Abs. 7 dieser Verordnung sind Entschädigungen aufgrund von Einspeisemanagementmaßnahmen zu 100 Prozent auszuzahlen. Die „95 Prozent Regelung“ in § 15 Abs. 1 S. 1 EEG 2017 stellt jedoch zu Art. 13 Abs. 7 BMVO einen Widerspruch dar. Bis zu einer gesetzgeberischen Klarstellung und/oder einer Mitteilung der Regulierungsbehörde erfolgen daher die Entschädigungszahlungen mit 100 Prozent durch den Netzbetreiber für ab dem 1. Januar 2020 anfallende Einspeisemanagementeinsätze unter dem Vorbehalt der vollumfänglichen Anerkennung durch die zuständige Regulierungsbehörde.

Ihr Kontakt

Franziska Fischer
Bei Fragen zu den durchgeführten Abschaltungen aufgrund einer Einspeisemanagement-Maßnahme und Entschädigungszahlungen

Tel.: 0361 652-2522

Fax: 0361 652-787475

Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen & Antworten zu Entschädigungszahlungen bei Einspeisemanagement-Maßnahmen

  • Wie wird die Entschädigung ermittelt?

    Bei der Ermittlung der Entschädigung ist die elektrische Arbeit, welche aufgrund des Einspeisemanagements nicht eingespeist werden konnte, der Hauptbestandteil. In dem „Leitfaden zum Einspeisemanagement“ der Bundesnetzagentur sind zwei Verfahren für die Ermittlung der Ausfallarbeit beschrieben.

    • Pauschalabrechnungsverfahren
    • Spitzabrechnungsverfahren

    Der Anlagenbetreiber kann sich je Kalenderjahr für ein Verfahren festlegen.

    Bitte beachten Sie:

    Für Einspeisemanagementeinsätze bis 31. Dezember 2019 gilt: Für „Neuanlagen“, welche ab dem 1. Januar 2012 in Betrieb genommen wurden, besteht gemäß § 15 Abs. 1 EEG 2017 lediglich ein Anspruch auf 95 Prozent der entgangenen Einnahmen. Dadurch trägt der Anlagenbetreiber einen gewissen „Selbstbehalt“ an seinen entgangenen Einnahmen, den er nicht ersetzt bekommt. Um diese schwer kalkulierbaren Risiken für den Anlagenbetreiber zu beschränken, ist der „Selbstbehalt“ gedeckelt. Ab dem Zeitpunkt, an dem die entgangenen Einnahmen in einem Jahr ein Prozent der Gesamteinnahmen (EEG-Vergütung + Direktvermarktung + Entschädigungszahlung) des Jahres übersteigt, kann zu 100 Prozent entschädigt werden. Eine Nachberechnung kann im Folgejahr erfolgen.

    Für Einspeisemanagementeinsätze ab 1. Januar 2020 gilt: Aufgrund des Inkrafttretens der europäischen Binnenmarktverordnung Strom (BMVO) werden unter Vorbehalt die Entschädigungszahlungen zu 100 Prozent ausgezahlt. Dies trifft für alle Anlagen zu.

    War diese Antwort hilfreich? Ja Nein

  • Wie erfolgt die Auszahlung der Entschädigung?

    Im darauffolgenden Monat, in der die ESM-Maßnahme stattfand, wird die Entschädigungszahlung für die betroffene Anlage berechnet und dem Anlagenbetreiber zur Prüfung weitergeleitet. Wenn alles korrekt ist, wird eine Rückmeldung an den Netzbetreiber erwartet und die Auszahlung der Entschädigungszahlung wird in die Wege geleitet.

    War diese Antwort hilfreich? Ja Nein

  • Pauschal- oder Spitzabrechnungsverfahren – was ist der Unterschied?

    Bei dem Pauschalverfahren wird vereinfacht unterstellt, dass die letzte vollständig gemessene Viertelstunde vor der Einspeisemanagement-Maßnahme pauschal für die gesamte Zeit der Maßnahme angesetzt wird.

    Beim Spitzabrechnungsverfahren werden dagegen der Wetterverlauf bzw. die Wetterdaten hinzugezogen. Bei Photovoltaikanlagen werden hierfür die Einstrahlmesswerte und bei Windkraftanlagen die gemessenen Windstärken benötigt.

    War diese Antwort hilfreich? Ja Nein

  • Wie werden Anlagenbetreiber über die Maßnahme informiert?

    Sobald eine Einspeisemanagement-Maßnahme (ESM) erfolgte, wird diese unter „durchgeführte Abschaltungen“ veröffentlicht. Der Anlagenbetreiber wird derzeit per Email über eine erfolgte ESM-Maßnahme informiert. Sollte von dem Anlagenbetreiber keine E-Mail-Adresse vorliegen, wird der bei uns hinterlegte technische Betriebsführer informiert. Bitte teilen Sie uns Ihren technischen Betriebsführer mit Hilfe des aufgeführten Formulars mit.

    War diese Antwort hilfreich? Ja Nein