Bild: 4 Glühbirnen, in jeder befindet sich eine erneuerbare Energie: Windkraftanlagen, Wasser, PV-Anlagen und die Sonne
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Netzsicherheitsmanagement

Mit der steigenden Anzahl von Erzeugungsanlagen und Energiespeichersystemen wächst auch die Menge an eingespeister Energie. Bei windstarkem oder sonnenreichem Wetter sowie gewissen technischen Umständen stößt das Elektrizitätsnetz verstärkt an seine Kapazitätsgrenze. Der erzeugte Strom kann somit zu bestimmten Zeiträumen nicht mehr abgenommen und die Anlagen müssen – für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit – geregelt werden, d. h. es werden Maßnahmen des Netzsicherheitsmanagements umgesetzt.

Ab dem 01.10.2021 gelten neue gesetzliche Regelungen. Die bisherigen Regelungen des EEG zum Einspeisemanagement wurden zu den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes zum Netzsicherheitsmanagement zusammengeführt. Für Regelungen der Einspeiseleistung werden i. d. R. Maßnahmen des Redispatch 2.0 umgesetzt.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zum Redispatch 2.0.

  • Warum ist Netzsicherheitsmanagement nötig?

    Die am Netzsicherheitsmanagement teilnehmenden Anlagen werden bei einer Netzüberlastung durch ein Reduktionssignal zur Absenkung ihrer Einspeiseleistung aufgefordert. Sobald die kritische Netzsituation beendet ist, zeigt ein Signal den Anlagen an, dass die Einspeisung wieder in vollem Umfang möglich ist.

    Das Netzsicherheitsmanagement schützt Netzbetriebsmittel wie Freileitungen oder Transformatoren. Ohne diesen Eingriff kann es, zum Beispiel bei Starkwind, zu Überlastung von Netzabschnitten und zu Versorgungsausfällen kommen.

    Das Netzsicherheitsmanagement ermöglicht eine optimale Nutzung der Netze für die Aufnahme von Windstrom, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden. Einzige Alternative wäre ein Stopp des Anlagenzubaus bis zum Abschluss der notwendigen Netzverstärkungsmaßnahmen.

  • Wer ist betroffen?

    Gemäß § 9 Abs. 2 EEG sind Anlagenbetreiber von EEG- und KWKG-Anlagen verpflichtet, diese technisch so auszustatten, dass der Netzbetreiber die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren und teilweise die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.

    Betroffen sind aktuell folgende Anlagen:

    Ab 01.01.2021 bis zur Ausstattung mit intelligenten Messsystem (§ 9 Abs. 1 und 1a EEG):

    Neuanlagen (Inbetriebnahme ab 01.01.2021)

    Energieträger

    installierte Leistung am VKP

    P > 100 kW

    25 kW < P <= 100 kW

    P <= 25 kW

    Solaranlagen

    ja

    ja

    ja

    alle anderen Anlagen

    ja

    ja

    nein

    betriebliche Vorgaben

    ferngesteuert reduzieren
    und
    die jeweilige Ist-Einspeisung
    abrufen

    ferngesteuert reduzieren

    Wahlrecht des Anlagenbetreibers:

    ferngesteuert reduzieren

    oder

    Wirkleistungseinspeisung dauerhaft
    auf 70 % der installierten Leistung
    am VKP begrenzen

     

    Vor 01.01.2021 bis zur Ausstattung mit intelligenten Messsystem (§ 9 Abs. 1 und 1a EEG):

    § 9 EEG 2014/2017 Technische Vorgaben

    Neuanlagen (Inbetriebnahme ab 01.08.2014)

    Energieträger

    installierte Leistung am VKP

    P > 100 kW

    30 kW < P <= 100 kW

    P <= 30 kW

    Windkraft

    ja

    nein

    nein

    Photovoltaik

    ja

    ja

    ja

    Wasserkraft

    ja

    nein

    nein

    EEG-BHKW

    ja

    nein

    nein

    KWKG-BHKW

    ja

    nein

    nein

    betriebliche Vorgaben

    ferngesteuert reduzieren und die
    jeweilige Ist-Einspeisung abrufen

    ferngesteuert reduzieren

    Wahlrecht des Anlagenbetreibers:

    ferngesteuert reduzieren

    oder

    Wirkleistungseinspeisung dauerhaft
    auf 70% der installierten Leistung
    am VKP begrenzen

     

    § 6 EEG 2012 Technische Vorgaben

    Bestandsanlagen Photovoltaik (Inbetriebnahme vor 01.08.2014)

    Bedingungen

    installierte Leistung am VKP

    P > 100 kW

    30 kW < P <= 100 kW

    P <= 30 kW

    IB-nahme

    bis 31.12.2011

    bis 31.12.2008

    ab 01.01.2009
    bis 31.12.2011

    bis 31.12.2011

    betriebliche Vorgaben

    ferngesteuert reduzieren und
    die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen

    keine

    ferngesteuert
    reduzieren

    keine

    Pflicht ab

    01.07.2012

    keine

    01.01.2014

    keine